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Wenn ich den Gedanken nicht verliere kann nichts passieren
8 Apr - 4 Jun 2011
Wenn ich den Gedanken nicht verliere kann nichts passieren

Mit neuen Bildern lädt Simone Lucas ein, weitere Räume und Szenen ihrer utopischen Welt zu erkunden. Der realen Welt ähnlich ist sie dennoch zu dieser farblich, räumlich und zeitlich verschoben. Handlungsort ist ein imaginäres Bildungsinstitut, in dem Schüler und Studenten interdisziplinär die Welt und ihre Modelle erforschen.
Die Betrachter dieser Bilder können dabei Teil dieser Bildwelt werden. Ein Mädchen nimmt mit ihrem aus dem Bild gewandten Blick Kontakt zu den Betrachter auf. Stühle stehen bereit um sich ins "Cinema" zu setzen und an einem Tisch ist noch Platz, um mit den Anderen den mysteriösen "Staub" zu untersuchen.
Auch die Kunst ist gleichberechtigter Gegenstand dieser Studien. Ein Bild zeigt den "Drachentöter" Paolo Uccellos von 1470 in einer als 3-D-Simulation vorgestellten Landschaft. Der Heilige Georg, Drache und Jungfrau sind als Silhouette zu sehen und tauchen auch im Bild "Zeichensaal" wieder auf. Hier stakt ein Junge mit Lanze und Schild über die Möbel, während schemenhaft Drache und Jungfrau lebensgroß wie innere Bilder des kleinen Kämpfers in Erscheinung treten.
Die Schemen sind genauso wie die Silhouetten einer Frau und zweier Rehe in dem Bild "Cinema" Übergänge zwischen Abstraktion und Figuration. Dazu gehören auch die an Diagramme oder konstruktivistischen Bilder erinnernden Tafeln die im Bild "Drachentöter" an der oberen Zone der Wand hängen.
Der Flüchtigkeit einer Vision oder einer Idee entspricht auch die Malweise. Skizzenhaft und dennoch präzise leuchten seltsam grelle Farbnuancen wie Auswirkungen einer unbekannten Strahlung über die grisailleartigen Passagen. Pastose und lasierende Passagen bis hin zu Farbtropfen erzeugen eine lebendige Oberfläche, eine visuelle Vibration, die den über die Szenerie schweifenden Blick begleitet.
Simone Lucas zeigt erneut eine Welt "hinter den Spiegeln", nicht so, wie sie Lewis Carroll beschreibt, aber ähnlich als eine Reise in eine Dimension mit eigenen Gesetzen und viel mehr noch eigenen Freiheiten, als einen Klartraum.

Thomas W. Kuhn
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