A N N A   K L I N K H A M M E R   G A L E R I E

Neubrückstr. 6
galerie@anna-klinkhammer.de
D-40213 Düsseldorf
www.anna-klinkhammer.de
Do-Sa 12-18 h / by appointment
+49-(0)172-4344557
EXHIBITIONS | ARTISTS | NEWS | EDITIONS | IMPRINT
Wet Boy
4 Sep - 26 Sep 2015
Wet Boy

SABINE HAUPTMANNS :
Wet Boy – Wanderschaft mit Samthandschuhen


Sabine Hauptmanns’ neue Bilder wirken noch intimer, innerlicher, verletzlicher als es ihre Arbeit sowieso immer tat ...
Die kleinformatige Malerei zeigt 2 Hauptmotive : undefinierbare Berge, Zipfel, sie bieten keinen Anhaltspunkt für Größenverhältnisse, es können gewaltige Erscheinungen auf der Planetenoberfläche sein, riesige Wellen im tiefsten Ozean oder kleine verstreute Berge von Zucker oder Farbpulver ... vielleicht handelt es sich nur um ein kleines salziges Schwappen bei einem Bad im Meer, oder es ist ein fern umwehter Gipfel in nebligem Mondlicht. Wasser in verschiedenen Agregatzuständen. Vielleicht ist es die Decke die ihre Falten wirft und die man grade beim Aufwachen entdeckt, mit der Frage ob der andere noch da ist. Auf kleinen Formaten entfalten sich riesige Landschaftsdimensionen die dennoch direkt in intime Nähe führen, in den Dschungel und die Verwirrung einer wiederkehrenden Berührung. Physisch und emotional, vertraut und dadurch intensiv. Im Déjà Vu entsteht das Abtauchen und Stranden, das Gefühl für Nähe und Distanz, und für die Unbeeinflussbarkeit menschlicher Naturerscheinungen. Das Gefühl für zwei ineinander verschränkte Wasserfälle.
Ein weiteres Motiv sind farbige, leere Hemden also Hemden die eine leere Körperhülle formen.
Alle diese rätselhaften Kostbarkeiten sind auf kleine Leinwände gemalt, tragen damit das Gewand von Öl auf Leinwand : ein kleiner Kunstgriff um das innere Wogen und Schwappen Ding werden zu lassen.
Wie mit den Hügeln und Bergen verhält es sich mit den leeren Hemden : natürlich assoziiert der Betrachter sie mit einem Menschen, der ist aber nicht da, wir sehen nur ein ganz äußerliches Stück Schale die die diffuse Vorstellung von einem Menschen symbolisiert. Dieser Mensch hat eine Spur gelegt, in eine seltsam körperlich leuchtende Höhle aus Wäschestärke. Man möchte hineingehen und ohne das Gesicht das nicht Offensichtliche mit Händen wiederentdecken.
Zu den Hemden gesellen sich, im Verhältnis viel größere Malereien, Öl auf Papier :
Beine und der meeres-wässrige Rock einer liegenden Frau, ein offener und ein geschlossener Schmetterling und die ganz in sich gekehrte Figur eines Jungen Mannes der dem Anschein nach beim Frisör sitzt. Der alles umhüllende Umhang, der das vielfach wiederholte Augenmuster des offenen Schmetterlings zeigt, legt seine Hände still. Er versetzt ins ergebene Warten. Den Kopf gesenkt wartet er, auf einen Haarschnitt und die große Veränderung. Alle Bilderzyklen greifen in ihren Assoziationsräumen ineinander.
Eine weitere Komponente bilden ordentlich gerahmte Radierungen, auch sie auffallend klein. Diese Druckgrafischen Arbeiten sind sämtlich 2012 während Sabine Hauptmanns Artists Residency in der Original Printmaking Base in Guanlan/Shenzhen in China entstanden und waren dort zur International Exlibris ans Miniprint Biennal, Academy of fine Arts im Museum of Art, Guangzhou ausgestellt.


SABINE HAUPTMANNS :
Wet Boy – Journey with velvet gloves

Sabine Hauptmanns’ new paintings seem to be even more intimate, more inward, more vulnerable than her work has shown so far... The small-format paintings reveal two main motives: indefinable mountains, lappets, providing no evidence of proportions, they can be daunting phenomena on the planet's surface, huge waves in the deepest ocean or small scattered piles of sugar or powdered ink ... maybe it is just about a little salty sloshing while swimming in the sea, or it is a remote brumous summit in misty moonlight. Water appearing in various physical conditions.
Maybe it's the duvet drapery that you just discovered while awakening, questioning whether the other one is still there. Small sizes unfold huge landscape dimensions nevertheless they lead directly into intimacy, into the jungle and the confusion of a recurring touch. Physically and emotionally, familiar and thereby intense. Whithin the Déjà Vu, the diving and running ashore comes into being, the feeling of proximity and distance, and non-suggestibility of human phenomena arises. The sense of two interlaced waterfalls.
Another motive are colored, blank shirts that shape an empty body shell. All these enigmatic treasures are painted on small screens, they wear the robe of oil on canvas: a little trick to make the inner sloshing become object. As with the hills and mountains is the case with the empty Shirts: of course the beholder connotes with a person that is not there, we only figure out a very outward piece of shell, symbolising a diffuse notion of a person.
This person has laid a trail in a strange physically luminous cave of laundry starch. You tend to go and rediscover the unobvious with hands. Paintings that are proportionally much larger are joining the shirts, oil on paper:
Legs and the sea-aqueous skirt of a lying woman, an open and a closed butterfly and a very introverted figure of a young man, apparently sitting at the hairdresser. The enveloping cape, showing the often repeated eye pattern of the open butterfly, shuts down his hands. It transferres to devoted waiting. Head down the man is waiting for a haircut and the big change. All series of images overlap in their association ambient.
An additional component is formed by neatly framed etchings, also appearing remarkably small. These printed graphics were all crafted during Sabine Hauptmanns’ Artists Residency in the Original Printmaking Base in Guanlan / Shenzhen in China in 2012. They had been exhibited at International Exlibris ans Miniprint Biennal, Academy of Fine Arts in the Museum of Art, Guangzhou.
Sabine Hauptmanns Biography Page >