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TJA
19 Oct - 21 Nov 2018
TJA

Die Künstlerin Katrin Heichel bedient sich in ihrer Malerei einer charakteristischen
Verschlüsselung ihrer Bildsprache. Ihren Werken liegt dadurch oft eine ambivalente
Bildaussage zugrunde, die es erst zu dekodieren gilt.
Inhaltlich widmet sich Katrin Heichel seit ihren Konservierungsbildern (2004-2005) dem Sujet des Stillebens. Die darin dargestellten Naturobjekte sowie Gegenstände aus dem Alltag, verwandelt sie in Allegorien an menschliche Biografien.
Heichel taucht die von effektvoller Strahlkraft zeugenden Bildgegenstände in ein nächtliches Licht das sich in überlagerten Nuancen von dunklen Rot-, Blau- und Violett-Tönen entfaltet. Der Zyklus ‚Nocturama‘ steht hier exemplarisch für ihren Gestus. Im Sinne einer Allegorie an die Erfahrung, einen dunklen Raum zu betreten, betont die Künstlerin die Konzentration auf das Sinnliche, nimmt doch die Ratio kaum noch Gewicht zur Orientierung ein und knüpft damit an Konzeptionen der Romantik an. *1
Heichel schafft Stillleben „hinter den Menschen“, die einer ambivalenten Sehnsucht ihre Räume geben und ihr Inventar zum Milieu arrangieren.*2

*1 Anne Diestelkamp, Berlin 2017, *2 Tina Simon, Leipzig 2018


Das künstlerische Vorgehen von Markus Uhr könnte man als Kartografie des Abseitigen bezeichnen, als ein ständiges Sammeln, Neuordnen und Reinszenieren eher beiläufiger Erscheinungsformen. Die Aneignung erfolgt auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Techniken. Das Medium richtet sich nach dem jeweiligen künstlerischen Vorhaben, doch der Ausgangspunkt ist zumeist die Fotografie – die eigene, aber auch Fotografien aus Zeitschriften, die durch Collage, digitale Bearbeitung oder Übermalungen verfremdet und zu neuen Bildrealitäten zusammengesetzt werden. Einzelne Motive werden aus dem medialen Fundus herausgenommen und können mehrfache materielle Transformationen (Fotografie, Collage, Zeichnung, Malerei, Objekt) durchlaufen.
Es entsteht ein wandelbarer Bildatlas mit schier unerschöpflichen Möglichkeiten des
Neuordnens und Neuzusammentreffens. Der überarbeitete Bildraum wird zum blinden Fleck der Imagination. Auch Objekte erfahren eine ähnliche Transformation, wenn auch mit anderem Ergebnis. Gegenstände verlieren ihre Spezifität, sie werden zu minimaoistisch anmutenden, abstrakten Skulpturen.


Der Titel Tja steht hier als humorvolle Antithese dem vermeintlichem Gewicht der Arbeiten und der konzentrierten Arbeitsweise beider Künstler gegenüber. In der gemeinsamen Ausstellung von Heichel und Uhr ist die Dunkelheit der unerforschte Raum, in dem sich alle Wünsche, alles Scheitern, alle Empfindungen und Gedanken tummeln können.
Trotz der scheinbaren Melancholie die die Arbeiten beider Künstler suggerieren, wird sowohl das in die Dunkelheit gehen, als auch das Scheitern, als willkommene und folgerichtige Möglichkeit zur Korrektur gesehen.
Das gemeinsame Thema zeigt sich durch Auslöschungen (Uhr) oder durch Absenz (Heichel) von Personen.
Beide Positionen hinterfragen eine vermeintliche Leere, formulieren und deuten um, schaffen eine neue Fassung, befragen den Betrachter anstatt Antworten zu geben und sprechen letztlich dennoch immer vom Menschen.



The artist Katrin Heichel uses in her painting a characteristic encryption of her imagery. As a result, her works are often based on an ambivalent pictorial statement that has to be decoded first.
In terms of content, Katrin Heichel has dedicated herself to the subject of still life since her conservation paintings (2004-2005). The objects of nature and objects from everyday life are transformed into allegories of human biographies. Heichel dips the objects of art, which bear impressive radiance, into a nocturnal light that unfolds in superimposed nuances of dark red, blue and violet tones. The cycle 'Nocturama' is an example of her gesture. In the sense of an allegory of the experience of entering a dark room, the artist emphasizes the concentration on the sensuous, yet the ratio takes hardly any weight for orientation and thus ties in with conceptions of romanticism. *1
Heichel creates still lifes "behind the people" who give their spaces to an ambivalent longing and arrange their inventory to the milieu. * 2

* 1 Anne Diestelkamp, Berlin 2017, * 2 Tina Simon, Leipzig 2018

The artistic approach of Markus Uhr could be described as a cartography of the other side, as a constant collecting, rearranging and re-staging of more casual manifestations. The appropriation takes place on different levels and in different techniques. The medium is based on the respective artistic project, but the starting point is mostly photography - one's own, but also photographs from magazines that are alienated through collage, digital editing or overpainting and assembled into new pictorial realities. Individual motifs are taken out of the media fund and can go through multiple material transformations (photography, collage, drawing, painting, object). The result is a convertible picture atlas with almost inexhaustible possibilities of reordering and reunification. The revised pictorial space becomes the blind spot of the imagination. Even objects undergo a similar transformation, albeit with a different result. Objects lose their specificity, they become minimalistic, abstract sculptures.


The title Tja stands here as a humorous antithesis to the supposed weight of the work and the concentrated work of both artists. In the joint exhibition by Heichel and Uhr, darkness is the unexplored space in which all desires, all failures, all sensations and thoughts can frolic. Despite the seeming melancholy that the works of both artists suggest, both darkness and failure will be seen as a welcome and consistent opportunity for correction. The common theme is shown by deletions (Uhr) or by absence (Heichel) of persons. Both positions question a supposed emptiness, formulate and interpret, create a new version, ask the viewer instead of giving answers and still always speak of man.
Katrin Heichel Biography Page >
Markus Uhr Biography Page >