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Nature Morte, Paysage, Animaux
5 Jun - 22 Aug 2009
Nature Morte, Paysage, Animaux

Manuela Wossowski / Stefan Höller - Nature Morte, Paysage, Animaux
5 Juni - 30 Juli 2009, Anna Klinkhammer Galerie, Herderstr. 20, 40237 Düsseldorf
In ihrer gemeinsamen Ausstellung haben die beiden Künstler Manuela Wossowski und Stefan Höller ihre kleinformatigen Arbeiten friesartig locker miteinander kombiniert, so dass sich Manuela Wossowski's studienartige Aquarelle auf Papier neben Höller's Feinmalerei in Öl auf Leinwand finden. Bäume, kleine angelegte Landschaften des Ostberliner Zoos, berührende Tierdarstellungen, expressiv gehaltene Pflanzenbilder alternieren mit fast strengen Stillleben von Spargelgläsern und Konservenbüchsen.
Während Manuela Wossowski ihre Motive regelrecht zu umrunden scheint, um sie in allen nur erdenklichen Perspektiven und Stimmungen einzufangen, platziert Höller seine Motive in malerischer Tradition auf einer Tischkante vor einem neutralen Hintergrund, wobei der Bildaufbau stets derselbe bleibt. Was beide verbindet ist das Malen nach der Natur, ihre intensive Wahrnehmung und die bewusste Wahl klassischer Sujets: Stillleben - Landschaft - Tiere.
So bewegt sich Manuela Wossowski mit ihrer Plein-Air Malerei ganz in der romantischen Tradition des 19. Jh. Ihre schnell dahingeworfenen Aquarelle fangen in leuchtenden Farben stimmungsvoll die flüchtigen Eindrücke einer sich stetig ändernden Natur ein. In ihren Kleiderstudien spielt Sonnenlicht auf dem klassisch drapierten Faltenwurf edler Stoffe und in ihren Tierbildern berührt die Zärtlichkeit der festgehaltenen Momente. Was die unterschiedlichen Motive verbindet, ist ihre Lebendigkeit, die sich vor allem durch Manuela Wossowski's greifbare Liebe zur Malerei ausdrückt, die durch jeden Pinselstrich scheint.
Stefan Höller hingegen knüpft an die Tradition der Stillleben an, die eine besondere Blüte im Goldenen Zeitalter der Niederlande erfuhr und über die klassische Moderne bis in die Jetztzeit transportiert wurde. Höller hat sich in dieser Ausstellung vorrangig dem Spargel gewidmet, der seit der römischen Antike aus dem Bildrepertoire nicht mehr wegzudenken ist und bekanntermaßen auch von Edouard Manet geadelt wurde. Im Gegensatz zu Manet jedoch taucht Höller seine Spargelspitzen, Einmachgläser und Konserven in weiches, helles Licht, eher so wie Jan Vermeer es tat.
Wie bei Vermeer drückt sich Stefan Höllers Liebe zur Malerei vor allem in der feinen, intimen Durcharbeitung seiner Motive aus. In altmeisterlicher, akribischer Manier malt Höller durchscheinendes, weiches Wasser, schimmerndes, hartes Glas, die gespannte Elastizität von Gummibändern und den reflektierenden Schein von Metalldeckeln. Unter Höllers Händen geraten zarte Spargelspitzen tatsächlich zu materialisierten Lichtstrahlen.
So ist den Malereien der beiden Künstler eine gewisse Transzendenz zu Eigen, die eine Wirklichkeit bezeichnet, die das unmittelbar Wahrnehmbare überschreitet. All diese kleinen, lichtdurchfluteten Gemälde versprühen eine immense Frische, dennoch scheint ein Hauch von Nostalgie über allem zu liegen. Manuela Wossowski's Frühsommerlicht verkündet festliche Stimmung. Aufblühende Landschaften, überbordernde Natur und schöne Kleider scheinen in andere Zeiten zu entführen, vielleicht in die Jugend ihrer Eltern, in die Zeit von Aufbruch und Wirtschaftswunder.
Noch einige Jahre weiter zurück weisen die Bescheidenheit und Schlichtheit der Motive von Stefan Höller. Sie künden eher von der mageren Zeit der Nachkriegsjahre, in denen Eingemachtes und Konserven zu kostbaren Raritäten gerieten. Diese Jahre waren von Wiederaufbau und ersehnter Ordnung geprägt. Der Spargel als Heilpflanze der Antike wie auch als traditionelles Sinnbild für die Ordnung in der Natur scheint in Verbindung mit Höllers stringenter Komposition diesem Ordnungswillen zu entsprechen.
Manuela Wossowski wurde 1978 in Krefeld geboren und studierte an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, u.a. als Meisterschülerin bei Jörg Immendorff. Sie erhielt das Reisestipendium des Vereins der Freunde und Förderer der Staatl. Kunstakademie Düsseldorf sowie das dHCS Atelierstipendium, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf. Manuela Wossowski lebt und arbeitet in Berlin.
Stefan Höller wurde 1964 in Hagen geboren und studierte an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei Gerhard Richter, Alfonso Hüppi und Werner Spies. Er erhielt ein DAAD-Stipendium, Hochschule für bildende Künste Dresden sowie das ACC-Stipendium, Weimar. Höller lebt und arbeitet in Berlin.
(Dr. Stefanie Lucci, Art&Public, Presse- und Informationsdienst für Kunst. Dieser Text ist freigegeben für die uneingeschränkte Veröffentlichung in Pressemedien.)
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